Der „letzte Magier und Alchemist“: Sir Isaac Newton

Am 25. Dezember jährte sich (nach dem julianischen Kalender) Newtons Geburtstag (25.12.1642 – 20.3.1726). Ein typischer Steinbock-Geborener, perfekt auch für ein Lehrbuch der Astrologie. Er war der Begründer der modernen, klassischen Physik, der unmittelbare geistige Vorgänger von Albert Einstein, auf dessen Schultern Einstein stand: ein „Titan der Aufklärung“, einer der die Welt aus dem Aberglauben des Mittelalters in die Wissenschaft der exakten Gesetze katapultierte.

Doch das ist nur die eine Seite von Newton, die die Wissenschaft und das Schulwissen so gerne heraus stellt. Langsam wird uns auch seine dunkle, tiefgründige Seite als Alchemist bekannt. Hier eine Dokumentation von heute aus der ZDF-Mediathek (Bild zum > Film anklicken):

Erst 1936 wurden die geheimen, alchemischen Schriften Newtons entdeckt und bekannt. Und erst heute bleibt dies kein Flüstern mehr hinter vorgehaltener Hand. Die Zeit ist reif geworden, uns ehrlich auch mit der anderen Seite, der anderen Welt unserer großen Denker vertraut zu machen: ihre Mystik, ihre Intuition,  ihres Mühens, Wissenschaft und Spiritualität (modern formuliert) zusammen zu bringen. Dass diese Titanen unserer Wissenschaft, Geist und Materie strikt trennten, ist eine Mär, ein Märchen, ein Mythos selbstgefälliger und einfältiger Wissenschaft. Es ist ein Grundgesetz der Alchemie: erst kommt das Trennen und Reinigen, dann kommt die Wiedervereinigung als alchemische Hochzeit. Auch Newton steht für die Integration von Theologie, Philosophie und Mathematik (als Grundlage der Wissenschaft).

(c) Andrew Dunn in Wikipedia

Sein Hauptwerk über die Grundgesetze der Physik ist eine philosophische Schrift: „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“ (1687) – die Naturphilosophie auf den Prinzipien der Mathematik. Das erinnert mich doch sehr an Pythagoras, der auch noch die Einheit von Theosophie, Philosophie und Mathematik in einer Person verkörperte.

Bei aller Größe ist Newton letztlich an diesem großen integralen Projekt gescheitert. Er hat die Alchemie nicht mit seiner Physik vereinen können. Sein Werk blieb „unvollendet“. Vielleicht ist die Zeit erst heute dafür reif. UND: die Großen Fragen, die das Genie Newton antrieb, sind bis heute noch nicht gelöst (wobei Newton sich selbst bewusst war, dass er sie noch nicht bewältigt hatte).

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Ich möchte hier jetzt nur ein paar Gedanken-Assoziationen zum Film einbringen, ohne das Thema jetzt vertiefen zu können (wahrscheinlich später einmal):

Was ist die Frage?

Ich mag am Film die Darstellung, dass Newton schon als 20-Jähriger von bestimmten Grundfragen des Lebens getrieben wurde. So auch seine Frage nach dem Wesen des Lichtes. Und es gefällt mir, dass zu Ende dargestellt wird, dass die großen Fragen des Isaac Newtons sogar bis heute noch nicht beantwortet sind. Frage: Woran liegt das wohl?

Sobald wir uns bewusst Fragen stellen oder scheinbar Bekanntes in Frage stellen, werden wir zu Philosophen: gleichgültig, wie alt wir sind, gleichgültig, was für eine formale Ausbildung wir haben. Man muss keinen Titel als Dr. phil. haben, um ein Philosoph zu sein.  Das Fragen macht uns zum Lebensphilosophen, nicht der Titel. Dabei sollten wir uns unseren Fragen ans Leben immer bewusst sein! Unsere Intuition gibt uns immer eine Antwort auf unsere Fragen. Jede Frage ist der Beginn eines Dialogs mit unserer Intuition. Die Intuition kann aber keine Frage beantworten, die wir ihr nicht stellen. Die FRAGEN sind das Entscheidende, nicht die „endgültigen“ Antworten. Und: Die Qualität der Fragen macht die Qualität der Antworten und sogar … die Qualität des Lebens.

Ich  glaube sogar (aha, ein Glaubensbekenntnis!), jedes einzigartige Leben will die Antwort auf eine einzigartige Frage sein. Anders formuliert: Auf welche Frage ist dein Leben die Antwort? Das wäre doch schon einmal eine tiefsinnige Frage zur Klärung deines Lebenssinns.

Klar habe ich mir diese Frage auch schon gestellt! Mich faszinierten sowohl Evolution wie auch Pädagogik. Plötzlich hatte ich das Wort (SELBST-) BILDUNG als verbindendes Glied. Und dann waren die Fragen da:

  • Wie sind Evolution und Schöpfung als „Selbstbildung des GEISTES“ zu verstehen?
  • Welche Rolle spielt eine evolutionäre Pädagogik für die „Selbstbildung des Geistes?“

Schaun wir mal, wie mein eigenes Leben eine Antwort auf diese Fragen ist.

Newton und Hermes Trismegistos

Viele haben die Vorstellung, unsere Ahnen seien irgendwie doof und blöd gewesen. Wie kann man nur denken, die Erde sei eine Scheibe und der ganze Kosmos drehe sich um die Erde? Primitiv, oder? Der Witz ist: Das haben sie gar nicht gedacht! Das ist nur eine ziemlich doofe und blöde Projektion auf die scheinbar primitiven Denker des babylonischen und ägyptischen Altertums. Das hochgepriesene „heliozentrisch Weltbild“ (Kopernikus) ist uralt, gehörte schon zum (Geheim-) Wissen eines Hermes Trismegistos oder Pythagoras. Ist es nicht überaus bewundernswert, dass diese weisen Menschen vor 2.000 Jahren und mehr das „Platonische Jahr“ schon kannten (ein kosmischer Zyklus von über 25.000 Jahren)? Wobei Platon nur der Namensträger ist, das Wissen darum noch viel älter. Und noch verblüffender: Wie präzise dieser Zyklus damals schon berechnet werden konnte, es sind zur heutigen Berechnung (mit Planetarien und Computern) nur Abweichungen „hinter dem Komma“.

Isaac Newton wusste um die Weisheit „der Alten“, studierte alte Schriften und Texte. Er übersetzte z.B. eine der Hauptschriften der hermetischen Philosophie, die Steintafeln Tabula Smaragdina, ins Englische. Das gehört zur Größe eines Menschen, Achtung auch vor den „Heiligen Schriften“ des Altertums zu haben, sich von ihnen inspirieren zu lassen und sich in ihre Tradition zu stellen.

Newton und Pythagoras

Es würde mich nicht wundern, doch mir ist nicht bekannt, ob Newton auch Pythagoras näher studierte und studieren konnte (vermutlich fehlten die Quellen). Doch was aus heutiger Sicht sicher zu sagen ist: Das waren Weltenlehrer gleichen Geistes: die Einheit von Spiritualität, Philosophie, Wissenschaft und Lebenspraxis.

Wir wissen heute zwar um die umfangreichen alchemischen Studien von Newton. Ein Drittel seiner Bibliothek waren okkulte Bücher (Rosenkreuzer, Kabbala, Alchemie). Doch was waren denn die Inhalte seiner alchemischen Schriften? Gibt es dazu Veröffentlichungen? Wir suchen verzweifelt nach den Schriften des Pythagoras, doch die alchemischen Schriften des Newton scheinen immer noch nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu sein. Was ist der Sprengstoff ihrer Schriften?

Ich habe einmal die These vertreten, das Erbe von Pythagoras für die Neuzeit und Moderne hätten Paracelsus und Newton angetreten. Der Film hat mich in dieser (intuitiven) Einschätzung nur bestätigt.

Äther und Gravitation

Die alchemische Vorstellung des Äther ist ein „merkwürdig Ding“, über das Wissenschaftler heute nur lächeln können, Kinderkram.

Doch der Film macht etwas Verblüffendes deutlich und ich formuliere wieder etwas verschärft: Auf der SUCHE nach dem Äther fand Newton die Gravitation, die Schwerkraft, das alles durchdringende Feld der Gravitation. So ist die „Existenz des Äthers“ als Hypothese für Newton bahnbrechend gewesen für seine große Entdeckung und Formulierung von physikalischen Gesetzmäßigkeiten. So ein Kinderkram kann die alchemische Äther-Theorie als Hypothese doch nicht sein!

Oder wie wäre es, wenn wir die Entdeckungen der Quantenphysik, dieser Welt der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten, als Ent-Deckung des Äthers interpretieren würden?

Ich gebe hier auch gerne wieder meinen eigenen Senf dazu. Äther ist für mich ein Symbolbegriff für erlebbare Essenz. Christen würden den Äther wohl „Heiligen Geist“ nennen. „Ätherisch“ und „Ätherkörper“ ist für mich sehr nahe (nicht identisch) mit dem wieder modern werdenden Begriff der SEELE. Für mich ist der Äther, „das fünfte Element“, die „Quint-Essenz“, das Feld der Seele, das alles durchdringt, allgegenwärtig, aber nicht fassbar ist – so wie der „Heilige Geist“.

Es ist ein WIR-Projekt

Newton scheint demütig genug gewesen zu sein, die „Relativität“ seiner Erkenntnisse zu erkennen. (Sein Bild mit dem Kind am Stand ist wunderschön, einen noch schöneren Stein gefunden zu haben im Vergleich zur Unwissenheit dem ganzen Meer gegenüber.) Das bleibt am Ende sogar bei den größten Genies, wie es schon Sokrates ausdrückte: Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Der einzelne, geniale Geist mag durch neue „Paradigmen“ neue Horizonte öffnen, doch der Fortschritt im großen Wissen der Menschheit ist ein Gemeinschafts-Projekt einer Welt-Bibliothek der Menschheit. Und jeder fügt dem einen ein paar Abschnitte, einen kleinen Aufsatz, ein Kapitel, ein Buch, eine ganze Reihe dazu.

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 337 Leser/innen.