Vier von Ehepaar Hoppe gechannelte Bücher

Ich habe in den letzten Wochen vier von Geoffrey und Linda Hoppe empfangene Bücher in meinem Buchblog besprochen, die für mich eine Herausforderung ersten Ranges sind:

Diese Bücher stellen vermutlich die komprimierteste Form dessen dar, was man in esoterischen Kreisen heute „die Neue Energie“ nennt. Die Bücher enthalten für mich viele Inspirationen. Doch auch der „Widerstand einer kritischen Spiritualität“ rührt sich in mir.

Hier erst einmal meine Buchbesprechungen:

Diese Buchreihe hat mich dazu gebracht, einen philosophischen Artikel zu schreiben unter dem Thema > „Gedankenkraft und Mental-Training im Lichte der Neuen Energie“ (Klick)

Hier aber auch meine spontan notiere Kritik an den Büchern im Sinne von Nachgedanken: 

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Nachgedanken zu „Meister der Neuen Energie“

Auch hier gilt wieder, dass ich im Nachtrag meine tiefere Auseinandersetzung mit dem Buch reflektiere. Da gibt es “Widersprüche” und besondere Einsichten.

Der für mich offensichtlichste Widerspruch ist der zwischen “alter und neuer Energie”selbst. Energie ist vor der Zeit da, Energie ist zeitlos, Energie ist neutral. Wie kann es dann “alte” und “neue” Energie geben? Gar verstanden als “schlechte” (alte) und “gute” (neue) Energie? Vielleicht etwas weniger moralisch: zerstörerische (alte) und transformative (neue) Energie?
Wie ist dieser “Widerspruch” aufzulösen? Ich glaube, Energie kann in Strukturen fest geworden und “gefangen” sein. Sie ist in in diesem festen Zustand in einem unfreien Zustand. Nicht die Energie selbst ist es, die alt und neu ist, sondern die vergänglichen Strukturen sind es. Eine veraltete Struktur, ein veraltetes System gibt der gefangenen Energie in dieser Struktur selbst den Schein, “alt” zu sein. Weiter: Dadurch das die Struktur in der Lage ist, Energie fest zu halten, muss eine Struktur mehr sein als nur Energie. (Was ist es denn dann?)
Wenn man die Begriffe “alte und neue Energie” als KÜRZEL versteht im Sinne von “die Energie der alten Struktur und die Energie der neuen Struktur”, ist für mich der Widerspruch auf dieser Ebene gelöst.

Ein großes – und in meinem Augen ungelöstes – Thema ist das der Dualität. Es heißt, wir Menschen würden in der Welt der Dualität leben. Indem “Professor Adamus” sagt: WIR aus der Geistigen Welt und IHR Erdenbürger – ist er selbst in der Dualität. Blöd, oder?
“Wahrlich, ich sage euch”: Das spirituelle Thema der DUALITÄT harrt immer noch auf seine Lösung.

Elektrisiert hat mich die Behauptung: Wir Menschen sind im Wesen keine Energie-Wesen. Ja, das ist mir sofort ein-leuchtend! Denn Energie ist eine Erscheinungsform der Pol-arität (ein anderes Wort für Du-alität). Ohne Pole keine Energie. Wenn unser Wesen aber jenseits der Polarität in der Non-Dualität liegt, dann können wir keine Energie-Wesen sein, dann muss es etwas Größeres als Energie geben. Ein-leuchtend, oder? Für den Autor ist das Größte der SPIRIT (GEIST), wenn man dem Unbekannten überhaupt einen Namen geben will/darf.

Der Autor (wer immer das sein mag) führt für mich einen neuen Begriff ein, den des GNOST (S. 15). Wir kennen “die Gnosis” und “Gnostiker” als einen mystischen Kern des Christentums und meint ein tiefes Wissen. Wir unterscheiden MIND (im Sinne des menschlichen Verstandes) und SPIRIT (im Sinne des göttlichen GEISTES). GNOST ist etwas dazwischen, vielleicht ein Mittler. Es ist “göttliche Intelligenz”, die Intelligenz der Schöpfung und der Evolution, der sich in der Schöpfung manifestierende Intelligenz. Mir leuchtet diese Differenziehung sofort ein!

Regeln und Gesetze: Schon Rupert Sheldrake (“morphogenetische Felder”) wies darauf hin, dass es keine festen Gesetze gibt, sondern dies eher gewordene Gewohnheiten der Natur sind, dass Gesetze selbst der Evolution unterliegen. Das ist für das “kontrollsüchtige” EGO eine Herausforderung. Es gibt also auch eine Welt jenseits der Gesetze, in die ein wirklicher Meister aufsteigen kann: Die Welt der Wunder.
Es ist auch ein großes Thema, wie wir Jesus sehen: Waren seine berichteten WUNDER nur Gleichnisse – oder hat er wirklich aus der Welt jenseits der Naturgesetze wirken können? Es ist für mich “eigentlich” nur eine rhetorische Frage. Klar wirkt ein Gottes-Sohn aus dem Reich jenseits der Naturgesetze. Und wir sollten nie vergessen, was Jesus auch gesagt hat: “Ihr werdet Gleiches tun wie ich und Größeres.” WUNDER ist die Welt der Alchemisten. Was wäre, wenn wir auch Jesus als “göttlichen Alchemisten” erkennen würden?

Keine Erwartungen! Ich habe immer Zwei-fäll damit gehabt: Im gewissen Sinne: ja, in gewissem Sinne: nein! Es ist mir einfach zu pauschal. (Einstein: Mach alles so einfach wie möglich, aber nicht einfacher!). Wenn ich einen Lichtschalter betätige, ERWARTE ich, dass das Licht angeht, sonst würde ich es nicht tun; und Millionen Dinge in diesem Sinne. Der Satz “keine Erwartungen” zu differenzieren im Sinne von: “Keine Erwartungen in Hinsicht …” ist eine wichtige Lehre für mich aus dem Buch. Das Buch stellt besonders die Erwartungsfreiheit des Meisters gegenüber dem Ergebnis seiner Schöpfungheraus.

Alles Illusion! Ich habe auch mit diesem pauschalen Satz immer meine Probleme gehabt. Maya heißt ja nicht nur “Illusion”, sondern auch “Regenbogen”. Die uns sichtbare Welt ist so viel und so wenig Illusion wie ein Regenbogen. Das Buch ist auch hier “meisterhaft unterscheidend”: Einerseits müssen wir uns bewusst sein, dass wir die Welt aus der Brille unserer Weltanschauung betrachten, unsere Sicht der Dinge sehr subjektiv ist (Projektionen usw.). ILLUSION in diesem Sinne ist “Selbsttäuschung”.Andererseits existiert aber auch eine “objektive Realität”, an der wir uns die Köpfe wund schlagen können. Hier bedeutet “Illusion”, dass diese objektive Realität nichts Festes ist, nicht einfach “Tatsache”, “Gegebenes”, sondern selbst veränderbar ist. ILLUSION in diesem Sinne ist ein Mythos, der Mythos des Gegebenen.

Gott loslassen! Ja, denn es sind nur Illusionen über eine Gottes-Vorstellung. Damit geht das Buch in seinem scheinbaren Atheismus in die Tiefe des Buddhismus: die Leere, das Nirvana.

Die größte Erleuchtung in dem Buch war für mich der Absatz über die “Aufgestiegenen Meister” (S. 82 – 83)  ”… – das ist übrigens ein Begriff, den wir nicht so gerne verwenden – …”:

Sie können euch mit einigen grundlegenden Kenntnissen und Einsichten helfen, aber ab einem bestimmten Punkt müssen sogar sie sich zurück ziehen, damit ihr euren eigenen Prozess der Entdeckung und Erforschung durchläuft. Sie müssen auch auch erlauben, selbstständig durch die Tür der Neuen Energie einzutreten. … Ihr selbst seid allerdings weitergegangen, weiter als sie jemals waren.

Mir wurde plötzlich klar: Wir sind die auf den Planeten Erde “Abgestiegenen Meister”. Wozu denn das Ganze der Inkarnation? Und hier muss auch PLATON einmal “der Zahn gezogen werden”, bzw. seiner Interpreten und Nachsprecher. Es ist ja schon ein Mantra geworden zu sagen: “Wie Platon schon sagte, lernen wir nicht, sondern erinnern wir uns.” (Ist der Spruch nicht auch irgendwie gelernt? …)
In meinen Augen ist das nur die halbe Wahrheit. Ja, wir erinnern uns, wer wir wirklich sind! Wir erwachen aus unserer “Spirituellen Amnesie”. Doch dieser Prozess ist ersten selbst ein Lernprozess “in der Schule des Lebens”! Und zweitens: Auf der Erde zu inkarnieren, nur um zu wissen, wer wir wirklich sind, wäre doch ein ziemlich blödes, verrücktes Spiel. Es geht tatsächlich um mehr! Wenn wir uns erinnert haben (“Erleuchtung”) fängt das eigentliche Leben doch erst richtig an! Und dieses Leben als Meister ist geprägt von “Entdeckung und Erforschung”. Was anderes soll das sein als LERNEN? Wenn wir nicht lernen würden, dann würde es auch keine Emergenz geben, das Erschaffen von etwas völlig Neuem, noch nie Dagewesenem.
Der Planet Erde ist ein PLANET DES LERNENS. Wer hier inkarniert, hat den Seelenauftrag, zu lernen und zu lehren. Sagen wir es einmal so: Wir sind ein lernendes Organ Gottes (der Schöpfung, der Evolution). Dafür ist unser Planet da, das ist die Bestimmung der Erde.
“Wahrlich, ich sage euch”: Auch Adamus Saint Germain braucht uns “abgestiegenen Meister”, um lernen zu können. Wir sind eine Lerngemeinschaft.

Nachgedanken zu „Lebe deine Göttlichkeit“

Der Schatten des ADAMUS

Auch dieses Buch provoziert mich wieder zu einem “Nachgedanken”.

Adamus empfiehlt, nicht zu philosophieren! Für mich ist DAS ein “Ablenkungsmanöver”. Sicher brauchen wir keine Philosophie für den DIREKTEN WEG. Doch wenn wir “die Welt” erklären wollen verwandeln wollen (was sollte Schöpfung anders sein als alchemische Wandlung?), dann ist die Philosophie schon recht hilfreich. Und als philosophisch gebildeter Mensch weiß ich dann auch, dass seine “Theorie der Souveränität” (S. 255 ff.) von ADAMUS ein alter philosophischer Hut ist, die “Monadenlehre von Leibniz”: Jeder ist als göttliches Wesen eine EINHEIT. Und wir kennen auch die Kritik an dieser Monadenlehre: Unser Wesen macht das “Monaden-Sein” aus, sondern die BEZIEHUNG. Wir sind keine “Ein-Zeller”, wir sind Beziehungs-Wesen. Ohne DU gibt es kein ICH. Der Hammer, oder?

Was mich an den THOBIAS-ADAMUS-Büchern verwundet, ist die komplette Ignoranz (Verdrängung?) des Themas LUZIFER, SATAN, TEUFEL. Es ist zwar die Rede von “Engelkriegen” und dunklen Engeln. Doch weshalb um den heißen Brei reden (das ist doch nicht die Art von Adamus) und das Teuflische nicht direkt ansprechen, den “Fürsten dieser Welt”. Es gibt in dem Buch eine wahrlich enorme Botschaft: “Ende 2009 haben sich das Licht und der Schatten integriert” (S. 302), das kosmische Ende der Dualität. Ich hätte frohlockt, wenn die Frohbotschaft gewesen wäre: Die Heerscharen der Erzengel und die Heerscharen um Luzifer hätten ein großes Versöhnungsfest gefeiert. Es gäbe keine Engelkriege mehr. Der Himmlische Friede wäre “Ende 2009″ eingekehrt. Diese “Integration von Licht und Schatten” bleibt mir in den Worten von ADAMUS … viel zu philosophisch … (Ha!!!!)

Mich nervt diese permanente Parole des “Nichts-Tun”. Bis denn DU in diesem NICHTS-TUN, Mister Adamus? Bleib doch einfach “da oben” in deinen himmlischen Sphären und TUE NICHTS, wenn das deine Lehre ist! Wir sind anscheinend “SCHÖPFER des NICHTS-TUNS”. Irre, oder?
Die Schöpfung hat es genialerweise so eingerichtet, dass wir die GANZE NACHT NICHTS TUE, damit ich am Tag meinen schöpferischen Seelen-Impulsen der Nacht “nach-gehen” und tätig sein kann. Nacht und Tag sind schon Nichts-Tun und Tun. (Ihr kennt “da oben” auch keinen Schlaf, oder? Vielleicht deswegen die himmlische Verwirrung? Ich weiß schon, warum “IHR von UNS” LERNEN müsst! … WIR sind eine Lern-Gemeinschaft, wenn ich mich so ausdrücken darf.)

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 73 Leser/innen.