Philosophie-Sendung aus der Mediathek

Harald Lesch und Wilhelm Vossenkuhl sprechen über Pythagoras
(Sendung vom 26.8.2011; ARD-alpha; 29 Minuten):

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/denker-des-abendlandes/denker-des-abendlandes-lesch-vossenkuhl-pythagoras100.html 

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Es gibt ein paar Dinge, die ich an dieser Sendung merk-würdig finde:

  • Deutlich war der große Respekt vor Pythagoras (dem ersten Philosophen als Liebhaber der Weisheit) zu erkennen, doch gleichzeitig eine Hilflosigkeit ihm gegenüber, eine Ahnung, ihn ganz und gar nicht zu verstehen.
  • Einen großen und bemerkens-werten Respekt zollen sie auch der Tatsache, dass die geistigen Schulen (zwei Gemeinden) auch Frauen aufnahmen. Es ist ein Bewundern, doch kein Verstehen: In der Mystik sind Mann und Frau gleichwertig, ein Erkennungszeichen wahrer Mystiker. (Paulus dagegen hat Frauen verachtet, ist hier wahrlich kein „Nachfolger Jesu“ gewesen. Die Frauenverachtung des Paulus ist eher ein Indiz dafür, dass er – im Gegensatz zu Jesus – kein Mystiker war und die Mystik des Jesus gar nicht verstehen konnte.)
  • Phythagoras ist ja nicht nur als Zahlenmystiker ein Philosoph, sondern auch ein „Wissenschaftler“, der Mathematiker der FORM (Geometrie, „Satz des Pythagoras“). Es gelingt den Moderatoren der Sendung aber nicht, den Unterschied zwischen Zahlenmystik, Numerologie und Mathematik (dieser Dreiteilung der Zahl von Pythagoras) zu erkennen, geschweige zu verstehen.
  • Merk-würdig ist, dass Lech die „Abstraktion der Zahl“, das Zurückführen von allem auf Zahlen als „kalt“ bezeichnet. Mystik scheint ihn kalt zu lassen. Er hat keinen Zugang zum mystischen, lebendigen Feuer der Zahlen.
  • Völlig unverständlich sind Lech die „Weisheits-Schulen“ des Pythagoras. Er kann sie nur als „Rückzug aus der Welt“ verstehen, vergleicht sie mit dem Ashram eines indischen Gurus (er spricht dabei versehentlich von Bhagwan, meint aber Ashram, bringt da etwas durcheinander).
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