Facetten der Liebe

In meiner „Auseinandersetzung“ mit dem Buch „Was ist Liebe?“ (Amarque/Markert) werden mir einige „Facetten der Liebe“ bewusst, die ich hier gerne im vorläufigen Sinne zusammen tragen will: 

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  • Liebe ist weiblich.
    Liebe ist SEIN und in ihrem Wesen her weiblich. Alles WERDEN kommt aus dem SEIN. Liebe ist der Urgrund allen schöpferischen Werdens.
  • Liebe ist polar.
    Weibliche Liebe sucht sehnsüchtig den männlichen Willen. SEIN WILL WERDEN. Das SEIN der Liebe ist göttliche Energie, die durch die Kraft männlichen Willens zum Urknall fokussiert werden will.
  • Liebe ist philosophisch.
    Männer philosophieren gerne, auch über die Liebe. Philosophie selbst ist eine Liebeserklärung (von meist Männern) an Gott und die Welt (selten an Frauen oder das Weibliche). PHILO-SOPHIE  heißt Liebe zur Weisheit. Der erste als solcher benannte Philosoph war Pythagoras.
  • Liebe ist romantisch.
    Männer schreiben gerne Liebesromane über das Leiden des Verliebtseins: impotente Liebe, die in Sehnsüchten schwelgt und sich fantasievoll ergeht, bevor sie unbefruchtet und unfruchtbar vergeht. Die Kunst der Männer ist oft romantische Liebe.
  • Liebe ist sinnlich.
    Sie geht in ihrer Zärtlichkeit unter die Haut, wirkt „subcutan“. Sie sieht durch die Augen in die Seele. Sie riecht nach dem süßen Duft des Göttlichen. In ihr schmecken wir den Geschmack des EINEN.
  • Liebe ist erotisch.
    Frauen schreiben  gerne erotische Romane, erotische Verhüllung ihrer Schönheit und Geilheit, das Verlangen von EROS genommen zu werden. Selbstbewusste Frauen ver-herrlichen den Phallus als Symbol für Fruchtbarkeit. (Der STIER ist eine weibliches Symbol der Verehrung des Männlichen.)
  • Liebe ist sexuell.
    Liebe will die körperliche Vereinigung. Dazu bedarf es weibliches Lieben in Hingabe und männliches Wollen in Eindringlichkeit.
  • Liebe ist mütterlich.
    Schon in tierischer Mutterliebe keimt fürsorgliche und selbstvergessene Mutterliebe auf. Mutterliebe transformiert weibliches EGO. Doch erst durch einen Mann wird eine Frau zur Mutter.
  • Liebe ist politisch.
    Politik ist Handeln, und politisches Handeln bestimmen Männer. Dieses männliche Handeln kann gewaltsam und kriegerisch sein. Der blindwütige Krieg der Männer trifft Frauen, Kinder, Tiere, alle Kreaturen, die Erde – und auch Männer selbst. Krieg als ultimative Lieblosigkeit ist auch Selbstzerstörung des Mannes. Politik ist, was der Liebe angetan wird. Es gibt keinen Frieden in der Welt, solange Krieg in der Beziehung der Geschlechter ist.
  • Liebe ist heilsam.
    Liebe führt keine „Heiligen Kriege“. Liebe lässt geschehen, leistet keinen Widerstand (Jesus: Widersteht nicht dem Bösen!). So heilt Liebe aus ihrer Essenz heraus Hass, Gewalt, Eifersucht und Angst.
  • Liebe ist natürlich.
    Die Natur ist ein Ausdruck göttlicher Liebe, alles Natürliche ist reine Liebe und göttlicher Wille. Erst durch den Menschen entartet die Natur (frei nach Rousseau), entsteht Anti-Natur und Anti-Schöpfung (frei nach Hegel). Krieg ist Anti-Liebe.
  • Liebe ist göttlich.
    Liebe in der Vollkommenheit des Absoluten ist göttlich, allumfassend, bedingungslos, Stille. Wahre Liebe ist erkennend und erblickt das Göttliche im Anderen: Namasté!
  • Liebe ist frei.
    Es gibt nichts Treueres als die Liebe, die frei und wahr ist. Sie ist sich selbst treu. Wer Angst vor der „freien Liebe“ hat, hat seine Liebe noch nicht von Angst befreit. Wahre Liebe kennt keine Angst mehr, auch keine Angst vor „freier Liebe“.
  • Liebe ist fließend.
    Der Fluss der Liebe (Prozess) strömt durch das männliche Flussbett (Struktur). Manchmal gibt es Überschwemmungen, manchmal Trockenheit. Liebe stößt auf Widerstand und wirbelt neue Energie auf, belebt sich im Widerstand selbst. Manchmal ist es wichtig, mit dem Strom zu schwimmen, manchmal gegen den Strom.
  • Liebe wird missbraucht.
    Wo keine Liebe ist, ist Schrei nach Liebe. Unsere Welt ist extrem laut geworden. Hörst du den Schrei und das Weinen der Kreaturen? Hörst du die Stille der Liebe? Hörst du den Atem und das Stöhnen der Liebe? Wo Liebe nicht verehrt wird, da wird sie als Urenergie allen Lebens missbraucht. Die Geschichte des Patriarchats ist die Geschichte der missbrauchten Liebe.
* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 48 Leser/innen.