Der direkte Weg spirituellen Schreibens

Im 3. Teil des Buches von Lutz von Werder „Spirituelles Schreiben“ stellt er einen „Grundkurs des spirituellen Schreibens“ dar, das sich beispielhaft an den Übungen zu den 15 Autoren mystischer Dichtkunst orientiert. Er kommt mir vor wie ein „indirekter Weg spirituellen Schreibens“. Es konfrontiert mein eigenes Konzept zu einer „Spirituellen Autorenschule“, die ich hier als „Direkten Weg spirituellen Schreibens“ profilieren will, d.h. ohne sich an anderen Mystikern abarbeiten, von ihnen lernen zu müssen.

>>>>>>>>>>

  1. Spirituelles Schreiben ist nicht erst das Schreiben über Mystik oder das Beschreiben einer mystischen Erfahrung. Auch das „Schreiben auf dem Weg“ zur mystischen Erfahrung ist bereits spirituell. Für mich ist für diesen Weg der Begriff „Seelenweg“ angemessen. Mit anderen Worten: Das Schreiben auf dem Seelenweg, das Schreiben in die Seele hinein und aus der Seele heraus, ist bereits spirituelles Schreiben.
  2. Die Seele kennt viele Wege sich zu entäußern (zu manifestieren). Der Weg der Seele in die Welt ist der gleiche wie der Weg des Menschen in seine Seele. Wenn die Seele sich in Wort und Schrift äußern will, ist das Schreiben auch der Weg in die Seele. Es ist wie zwei Liebende, die sich auf einem Weg entgegenkommen. Doch es stimmt auch: Die Seele selbst ist der Weg.
  3. Jeder, der technisch das Schreiben gelernt hat und gerne schreibt, hat im Schreiben ein Medium, um seinen GEIST zu entwickeln. Wenn Schreiben zur Berufung wird, schreibt die Seele.
  4. Jedes Buch, das aus der Seele geschrieben ist, hat selbst eine Seele, ist ein „spirituelles Werk“, ein Werk der Liebe und des Geistes. Es ist begeisternd für jeden, der in einer ähnlichen Seelenschwingung ist.
  5. Ein spirituell Schreibender muss sich nicht an Mystikern „abarbeiten“, sondern an seinen persönlichen Lieblingsbüchern. Jedes Lieblingsbuch spricht die eigene Seele an. Die Formulierung dessen, was einem an seinem Liebelingsbuch gefällt, bringt die „Resoanzschwingung der eigenen Seele“ mit der Seele des Buches zum Klingen. Liebeserklärungen an Lieblingsbücher ist spirituelles Schreiben.
  6. Jeder auf dem Seelenweg geht diesen Weg in authentisch eigener Gangart. Niemand muss – ich sage jetzt einmal – erst 12 unterschiedliche Gangarten erproben, um seine eigene Gangart zu finden. Mut zum eigenen Gehen, wie einzigartig auch immer geartet ist!
  7. Die Lektionen lernen wir beim Schreiben selbst. Es gibt Stufen spirituellen Schreibens. Jede Stufe ist von der Seele inspiriert und ausformuliert gemäß der aktuellen Bewusstseinsstufe. Manche Texte entstehen im Rausch (Flow), andere aus Bedachtsamkeit.
  8. Jedes mystische Erfahrung und jede mystische Entäußerung in der Kunst ist einzigartig. Die Facetten der Mystik sind so vielfältig wie die mystischen Erfahrungen selbst. Denn unsere Seele ist einzigartig. Je früher wir uns auf diese Einzigartigkeit einlassen können, desto direkter gehen wir den Weg des spirituellen Schreibens.
* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 83 Leser/innen.