Die Angst vor dem Irrtum

Ich lese einen verblüffenden Satz von HEGEL:

Die Angst vor dem Irrtum
ist der Irrtum.

Wir können gar nicht anders als uns irren. Die Wahrheiten, die wir ausschreiben und aussprechen, können nur relativ sein. Deshalb gilt: 

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Die Wahrheit von heute,
ist der Irrtum von morgen.

Oder:

Der Erfinder der Wahrheit war ein Lügner.

Mit der Einschränkung: Auch Irrtümer sind relativ. Niemand, der einigermaßen bei Sinnen und seriös ist, irrt sich zu 100%. Alles, was wir sagen und schreiben, ist eine Mischung aus Wahrheit und Irrtum.

Genau diese Angst vor dem Irrtum lässt das Denken, das Sprechen und das Schreiben erstarren. Doch wir lieben, auch wenn wir wissen, dass sie nicht vollkommen sein kann, sondern nur bedingt und menschenmöglich.

Es bedarf des Mutes zum Irrtum, um in aller Offenheit zu schreiben.

Ich habe nie Angst gehabt zu schreiben, doch Angst zu publizieren, es zu veröffentlichen, mich der Kritik auszusetzen, noch „nicht gut genug“ zu sein, noch nicht „unangreifbar“. Es hat bei mir eine ganze „Bibliothek unvollendeter Werke“ geschaffen. Was für ein Irrtum!

PS: Mein „Schluss mit der Angst vor dem Irrtum!“ hat dazu geführt, dieses philosophische Internet-Tagebuch zu schreiben – Weisheit und Torheit in einem, Genie und Wahnsinn in einem. Und dazu geführt, meine e-Book-Reihe zur Mannzipation ohne weitere inhaltliche Korrektur bein Kindle-Amazon (KDP) zum Kauf einzustellen. Meine Seelenimpulse haben jetzt von HEGEL die (relative) Absolution erteilt bekommen.  😉

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 54 Leser/innen.