Weltfrauentag: auf den Spuren des Mütterlichen

Mein „Weltfrauentag“ war „eigentlich“ ein Männertag, ein Vater-Sohn-Tag. Es ist wahrlich eine herr-liche Energie, wenn Vater und Sohn an einem gemeinsamen Projekt friedlich zusammen arbeiten. Wir planen hier ein neues Hühnergehege in einem anderen Gartenteil und haben jetzt ein sehr stabiles Gerüst „mannshoch“ stehen. Im Laufe des Tages dämmert es mir immer mehr

 

Es mag banal klingen, ist es aber nicht: Es gibt keine Vater-Sohn-Beziehung ohne Frau und Mutter. Ich komme darauf zurück! (1. Spur)

Durchaus merk-würdig ist auch, dass wir am eine Hühnergehege gearbeitet haben. Eine Hühner-Gemeinschaft braucht nur einen Hahn (wenn überhaupt!), es ist im Wesentlichen eine Schaar von Hennen und Glucken (die in einer unglaublichen Selbstlosigkeit Eier ausbrüten). Die Hühner-Schar sind „eigentlich“ eine weibliche Gemeinschaft: Hennen, die Frauen, Glucken, die Mütter, Küken, die Kinder.  Schon interessant: Nicht jede Henne ist ein Glucke. Nicht brütende Hennen schieben ihre Eier den Glucken zum Brüten unter. Diese Glucken sind ein unglaubliches Phänomen tierischer Mütterlichkeit. (2. Spur) [Ich habe dieses Phänomen auch bei Katzen beobachtet, dass es dabei richtige Mutter-Tiere gibt, die auch „fremde“ Kätzchen säugen und großziehen.]

Es hat noch eine Feinheit: Hühner waren – evolutionär betrachtet – das erste Nutztier der Frauen. Bei Männern waren es Hund und Pferd, bei Frauen Federvieh und Katzen (was einen tiefen Zusammenhang hat, den ich hier aber nicht vertiefen will). Wenn Tiere in einen Garten (Frauenarbeit) gehören, dann sind es Hühner (Frauennutztiere). (3. Spur)

Und jetzt wird es wirklich heftig: Zurzeit lese ich an drei  Christus-Büchern: Chopras „Der dritte Jesus“, Marion „Der Weg zum Christus-Bewusstsein“ und Harvey „Der mystische Weg zu Christus“. Ich habe den Eindruck, dass ich vor einem neuen Bewusstseinssprung stehe. Wenn ich die Zeichen richtig deute, ist es ein Sprung in ein tieferes Christus-Bewusstsein. In diesem Sinne habe ich heute zwei kleine „Erleuchtungen“:

Jim Marion interpretiert „das spirituelle Wachstum in die Tiefe der Seele“ über die integrale Landkarte von Ken Wilber. Ich habe jahrelang in der deutschsprachigen Wilber-Szene führend mitgewirkt. Doch ich hatte den Eindruck, dieser Landkarte wird der SEELE nicht gerecht. Ich wurde zum „Häretiker“ und beschäftigte mich mit der (vor allem auch „meiner“) Seele, insbesondere einem neuen (durchaus integralen) Verstehen der Astrologie.

Ich bin völlig überrascht, dass ich nun in diesem Buch von Marion (der Name klingt etwas nach MARIA …) diese Integration der Seele und Astologie schon finde! Ich bin gar nicht so ein Häretiker! Ken Wilber schreibt in dem Vorwort zum Buch selbst: „Das Buch ist eine wahrhaft inspirierende Offenbarung und ein behutsamer Führer in die tiefsten Bereiche unserer eigenen Seele.“

Ich bekomme eine Ahnung, dass dieses Buch mir hilft, meine beiden Systeme, das der integralen Weltanschauung und das der symbolischen Seelenkunde in eine neue Ordnung (Buchfink, ik hör dir trillern!) zusammen führen wird. Und ist dies nicht auch ein Tanz des Männlichen und Weiblichen, des Bewusstseins und der Seele?! Bedarf nicht jeder schöpfungsgerechte AKT des väterlichen Gedankenimpulses und des mütterlichen Austragens durch die Seele? (4. Spur)

Der „absolute Erkenntnis-Hammer“ an diesem Weltfrauentag ist für mich jedoch das Buch von Andrew Harvey „Der mystische Welt zu Christus“. Das immer mehr „Abstoßende“ der Lehre des Göttlichen durch unsere christlichen Religionen ist diese Männersicht des Göttlichen von VATER – SOHN und HEILIGER GEIST. (Ha, da ist es wieder: Vater und Sohn!). Das Buch von Harvey hat eigentliche 3 Teile (der vierte Teil sind Übungen): 1. Der historische Jesus, 2. der mystische Christus und 3. „Christus und das Heilige Weibliche“.

Ohne das Weibliche zu heiligen, können wir nicht ins Christus-Bewusstsein aufsteigen. In der christlichen Mystik ist das Göttliche ein Paar: Vater und Mutter. Das Wassermann-Zeitalter ist nicht nur das Zeitalter der Rückkehr der Göttin, sondern auch des Göttlichen als Mutter, der „Mutter Gottes“. (5. Spur) [Der Kreis unserer Vater-und-Sohn-Arbeit von heute schließt sich.]

Und zum Abschluss noch ein Zitat aus dem Buch von Jim Marion:

Am Ende des Wassermann-Zeitalters wird die Menschheit, wenn alles gut geht, vielleicht als die Manifestation Christi auf Erden erleben. (S. 124)

Diesen „Himmel auf Erden“ wird es nur mit der Heilung und Heiligung des Weiblichen und Mütterlichen geben.

Ich widme diesen Blogbeitrag meiner Mutter Maria.

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 24 Leser/innen.