Spieltheorie

Es gibt etwas, das mich sehr verblüfft. Ich kann es noch nicht erklären, will es hier erst einmal „dokumentierend festhalten“.  Es gibt zwei Bücher, die mich in letzter Zeit erschüttert haben, die sich krasser nicht unterscheiden könnten, doch in einem sich auf das Gleiche beziehen: die Spieltheorie 

Die beiden Bücher sind Schirrmachers „EGO – Das Spiel des Lebens“ (> meine Buchbesprechung) und Zohar/Marshall „IQ? EQ? SQ!“ (> meine Buchbesprechung)

Schirrmacher (ein „von Hause aus“ konservativer Journalist) kritisiert sehr entlarvend den Informations-Kapitalismus und wie wir von ihm kontrolliert werden. Je mehr wir uns zu Egoisten machen lassen, um so anfälliger sind wir für die Manipulationsstrategien der Finanzmacht. Schirrmacher weist als „Metatheorie“ dieser Manipulationsstrategie die Spieltheorie aus („Das Spiel des Lebens“). Er weist darauf hin, dass das Spirituelle (sagen wir: die seichte Esoterik) zum Spielball der Ego-Manipulation selbst wird.

Zohra/Marshall (Danah Zohra ist Physikerin, Philosophin und Management-Beraterin) macht – auf dem ersten Blick – das Spirituelle selbst zum Kapital. In diesem Buch begründen die Autoren das, was sie „spirituelles Kapital“ nennen. Es scheint komplett in dem globalen Trend zu liegen, was Schirrmacher kritisiert, den Missbrauch des Spirituellen durch „das Kapital“. Auch sie argumentieren mit der Spieltheorie als „Matatheorie“ für die Transformation des „Monster-Kapitalismus“ zum „nachhaltigen Kapitalismus“.

Schirrmachers Buch sollte das von Zohar/Marshall in seiner Kritik eigentlich ins Schwarze treffen. Doch ich habe eine Ahnung: Beide haben recht. Puhh, DAS integrativ „unter einen Hut zu bringen“, ist eine wirkliche Herausforderung.

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