Nichts: Die Frage aller Fragen

Inhalt: Was ist die Grundfrage aller Philosophie, die Frage aller Fragen? / 6 philosophische Weltsichten / zwischen den Polen des Nihilismus und der Mystik / Was ist “besser”?

Zunächst wird mir im Buch von Lutz von Werder deutlich, dass die Fragen nach dem NICHTS die Grundfrage der Philosophie überhaupt ist! Es ist die Frage aller Fragen: Was ist NICHTS? Warum ist überhaupt ETWAS? So gesehen klingen diese Fragen nicht besonders lebenstauglich und praktisch. Ja und? Was macht den Unterschied für das eigene Leben, wie man diese “Fragen” beantwortet? Oberphilosophische Gedankenverrenkungen über “Seiendes und Nichtseiendes”  drängen sich sicher auf. Oder Shakespeares Hamlet-Ausspruch: “Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage”.

Wie fundamental diese Frage wirklich ist, ist mir in dem Philosophiebuch bewusst geworden. Lutz von Werder unterscheidet 6 philosophische Weltsichten:

  • Nihilismus (Nichts hat einen Sinn, alles ist sinnlos.)
  • Zynismus (Das Leben ist verrückt, man kann ihm nur zynisch begegnen.)
  • Dogmatismus (Überall herrschen starre Gesetze, die eingehalten werden müssen.)
  • Humanismus (Der Mensch ist der Mittelpunkt der Schöpfung.)
  • Agnostizismus (Gott ist nicht erkennbar.)
  • Mystik (Gott ist direkt erfahrbar.)

Für den Nihilismus ist das NICHTS die totale Leere, die Sinnlosigkeit, der Innbegriff der Lebensfeindlichkeit. – Auf der anderen Seite des Pols steht die Mystik: Das NICHTS (im Sinne des buddhistischen Nirwana) ist hier die ursprüngliche Dunkelheit, das reine Potential, aus der die ganze Schöpfung und das Leben entsteht. Mystik ist lebensfreundlich.

Jeder Mensch nimmt eine dieser Weltsichten wahr, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht! Besser ist sicher: bewusst sein. Besser ist sicher: Mystik statt Nihilismus. (Upps: Und was heißt jetzt eigentlich “besser”?) Oder macht das für das alltägliche Leben wirklich keinen praktischen Unterschied, ob wir dem Leben als Nihilist oder Mystiker begegnen?

Mir wird auch bewusst, wie nahe ich mit meinem letzten e-Book “Das Fragen wieder lernen” an dieser praktischen Lebensphilosophie schon war, ohne mir dessen wirklich bewusst gewesen zu sein. Etwas anderes klingt auch in der Lebensschule schon an: die Vorbereitung eines “Philosophischen Cafés im Internet”.

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 29 Leser/innen.

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