Das Rätsel der Steinzeit

Inhalt: Ich habe gestern Abend in der ZDF-Mediathek den Beitrag gesehen „Das Rätsel der Steinzeit“ (ich weiß allerdings nicht, wie lange der Link gültig ist). Damit sind die Megalithen gemeint, also die mythologische Anordnung großer Steine wie in Stonehenge. Das „Rätsel“ lässt mich nicht los, habe ich mir doch vor einiger Zeit selbst darüber im Rahmen meines e-Books Gedanken gemacht: „15.000 Jahre Evolution der Liebe durch die astrologischen Zeitalter. Der Anteil der Frauen an der Menschwerdung des Affen“ .

 

Ich will mich korrekter ausdrücken: Mein e-Book-Thema ist das Männliche und Weibliche in den letzten astrologischen Zeitaltern und begann mit dem Zeitalter der JUNGFRAU (also 12.000 Jahren vor Christus). Es ist also ungefähr das Zeitalter, in das die Archäologen die „Steinzeit“ ansetzen. Diese Megalithen waren gar nicht mein Thema, sondern nur der Übergang der mehr patriarchalisch geprägten Nomaden-Gesellschaften hin zu feminin geprägten sesshaften Gesellschaften rund um den Gartenbau. „Das Rätsel der Steinzeit“ hat einfach neue Aspekte für mich selbst eingebracht. An dem Film ist mir bewusst geworden, dass diese Megalithen-Kultur doch eng mit meinem Thema zusammenhängt. Und das möchte ich heute „reflektieren“!

Was in dem Film für mich zunächst überraschend war: wie weltweit ausgeprägt diese Megalithen-Kultur war! Inzwischen sind Hunderttausende solcher Fundstellen auf dem ganzen Globus über das Internet registriert. Doch wenn man auch einen Blick dafür hat, wo in Nordamerka (Indianer), Asien (Mongolen), Schwarz-Afrika die Nomadenstämme waren, dann sieht man auf der Karte sofort: Genau dort gab es keine Megalithen-Kultur. Anders: Die Megalitenkultur ist WELTWEIT da entstanden, wo die menschliche Gesellschaft sesshaft und feminin wurde, anscheinend „zwangsläufig“. Das allerdings ist in dem Beitrag NICHT zur Sprache gekommen.

Wie werden diese Megalithen-Kultstätte im Film erklärt? Erstens als Begrabungsstätte der Toten. Das scheint mir nun nicht das besondere Merkmal zu sein. Sicher sind auch die Nomadenvölker irgendwann zum Bewusstsein von Leben und Tod erwacht, gibt es Totenkult. Doch bei diesen Nomadenvölkern gab es wohl keine steinernen Grabstätten, in denen den Toten etwas beigelegt wurde. Könnten diese „Häuser aus Stein“ für die Toten bereits ein Anzeichen sein, dass diese Kulturen eine Ahnung von „Reinkarnation“ hatten? Die Toten vielleicht wieder kommen und ein steinernes Zuhause bekommen sollten?

Zweitens als Fixpunkt für den Stand der Sonne zu Winntersonnenwende (am 21. Dezember unseres Kalenders). Es sind nicht nur Zeichen, dass die Menschen den Himmel beobachtet, sondern einen Zyklus erkannt haben: die Wende von der längsten Nacht zu den wieder länger werdenden Tagen. Die Kultstätten, die diesen Fixpunkt darstellen konnten, waren sozusagen das erste Planetarium der Menschheit, die systematische Himmelsbeobachtung. Es ist im Grunde der Anfang der Astrologie und der Geometrie. Das Bewusstsein der Menschen ist zyklisch geworden. Wir wussten jetzt, dass es einen immer wiederkehrenden Jahreszyklus gibt und konnten den ersten Tag des neuen Jahres fixieren: der 21. Dezember nach unserer Zeitrechnung (der Anfang des Tierkreiszeichens STEIN-Bock). Es ist natürlich auch sofort einsichtig, dass Sesshaftigkeit die Voraussetzung dieser Sonnenbeobachtung aus einer festen Perspektive heraus war.

Drittens: Mit dem ersten Punkt eines Jahres ist natürlich auch der Keim für einen „Gartenkalender“ gelegt, der sicher mit der Mondbeobachtung im Laufe der Jahrtausende verfeinert wurde. So ließ sich die beste Zeit der Aussaat berechnen (Ursprünge der Mathematik). Auch das wurde im ZDF-Beitrag nicht besonders heraus gestellt. Es ist in seiner Bedeutung für den aufkommenden Gartenbau aber nahe liegend.

Viertens: Diese Kultstätten für die Fixierung der Wintersonnenwende waren zunächst nicht aus Stein, sondern aus Holz (auch Stonehege). Was brachte die Menschen dazu auf das „Medium STEIN“ zu wechseln? Es ist mit Sicherheit die Beständigkeit. Dieses (astronomische) Wissen sollte etwas „für die Ewigkeit“ sein. Hier kommt noch einmal ein neues Zeitbewusstsein dazu: kulturelles Wissen über die Generationen zu verfestigen und zu zu tradieren. Im STEIN bekam die Kultur der Menschen ihre „Hardware“.

Zu meinem Thema: Diese Steine zu setzen war sicher Männerarbeit. Und: Es war keine Sklavenarbeit! Es war die Arbeit freier Menschen (was der Beitrag deutlich heraus stellt). Aber welche Rolle spielte die weibliche „Software“ dahinter, welche Rolle das kulturelle Bewusstsein, von dem die „Hardware“ der Megalithen-Kultur Zeugnis ablegt? War all das Ausdruck eines Frauenkultes, wie ich es für das Zeitalter der Jungfrau postuliere? 

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 41 Leser/innen.