Astrosophie: Philosophische Astrologie (2)

Inhalt: Fortsetzung aus einer E-Mail-Kommunikation darüber, dass wir eine neue Astrologie brauchen: Überwindung patriarchalisch verzerrter Astrologie / die neue Astrologie des Wassermann-Zeitalters als Integration von Sonne- und Mond-Astrologie / die Rolle der Eltern und Seelenfamilien 

 

Es freut mich, dass Sie die Sache mit der „patriarchalisch verzerrten Astrologie“ auch so sehen. Ich weiß auch, dass ich als Wasser-Mann da bestimmte Gaben habe – und damit auch eine „in die Wiege gelegte“ Verantwortung. Eine Erneuerung der Astrologie im Wassermann-Zeitalter wird Jahrhunderte brauchen. Meine Idee für meinen Beitrag dazu ist es erst einmal, Menschen zu helfen, Ihr Geburtshoroskop auf eine wirklich neue Art selbst zu deuten.

Unsere Astrologie ist ja bekanntermaßen eine „Sonnen-Astrologie“: Der Stand der Sonne ist entscheidend. Indien hat z.B. eine „Mond-Astrologie“. Hier ist der Stand des Mondes in der Stunde der Geburt maßgeblich. Eine Wassermann-Astrologie wird beides integrieren, das Männliche (nach außen gerichtet Helle) und das Weibliche (nach innen gerichtet Dunkle). In diesem Sinne bin ich nicht Wassermann, sondern Wassermann-Waage (Sonne – Mond). In diesem Sinne sind Sie Krebs-Stier (der Mond stand zur Zeit Ihrer Geburt im Stier). Dabei sind „unser Mondstand“ (bei mir Waage, bei Ihnen Stier) beides Venus-Zeichen, und das gibt noch einmal eine besondere Betonung des Weiblichen unter dem Mond-Stand.

Der erste Schritt der Annäherung an das eigene Geburtshoroskop ist schon der Sonnen-Stand im Tierkreiszeichen.  Mich selbst dabei als WASSERMANN (wieder-) zu erkennen, hat mein Selbstbewusstsein sehr entspannt. Das, was mir als „Macken“ an mir selbst erschien, war plötzlich „typisch Wassermann“. Das war für mich sehr versöhnend mit mir selbst. Mein Mond-Stand im Tierkreiszeichen (Waage) wurde mir erst mit einer sehr intensiven Liebesbeziehung zu einer Waage-Frau bewusst. Sie pro-vozierte mein eigenes Waage-Wesen „auf Teufel komm raus!“. (Es war ein „Knöpfe-Drücken“ wie ich es noch nie in meinem Leben erlebt hatte – wie auch ein gemeinsames, himmelschreiendes LACHEN aus vollem Herzen, wenn wir durch die Hölle waren und sich der Himmel wieder zeigte.) Die Ebene der Tierkreiszeichen bedeutet für mich unsere Teilhabe an der Weltenseele.

Frühestens dann würde ich im Horoskop auf das Häuserkreuz sehen, und dann nicht nur (oft isoliert) den Aszendenten, sondern das ganze Kreuz AZ, MC, DC, IC. Anders: Vor dem Aszendenten und dem Häusersystem kommt der Stand des Mondes. Das „färbt“ ein Horoskop schon ganz anders.

Im Kreuz des Häusersystems sehe ich eher den individuellen Aspekt unserer Seele: Verletzungsmuster aus früheren Leben und Heilungsaufgaben für dieses.

Ich habe einige Astrologiebücher gelesen und dabei schnell gemerkt, dass jeder Astrologe, der sich einigermaßen profiliert hat, ganz schnell ein eigenen Deutungssystem entwickelt hat. Schon bei der Frage, wie sich das System der Tierkreiszeichen und das Häusersystem unterscheidet, scheiden sich die Geister, was „wichtiger“ sei, das Tierkreiszeichen oder der Aszendent. Das hat mich dann doch dazu geführt, das Ganze nicht mehr so ernst (dogmatisch) zu nehmen und offen zu sein für ein neues Deutungssystem.

Ganz wichtig für mich ist bei der Erneuerung der Astrologie: Es geht nicht darum, eine Zukunft vorherzusagen oder Menschen zu manipulieren, sondern dass jeder sich in seinem Geburtshoroskop selbst erkennt: den Lebensauftrag der Seele immer mehr verstehen lernt, so eine Art „selbstbestimmte Astrologie“.

Etwas noch zu dem Thema Eltern. In der „gängigen Astrologie“ wird dies recht „stiefmütterlich“ behandelt. Partner-Horoskope, Berufs-Horoskope, ja, aber Eltern? Als ich mich zum ersten Mal tiefer mit der Astrologie beschäftigt habe, da fühlte ich mich mit dem Merkur-Prinzip sehr nahe, konnte mich unter allen Planeten am ehesten mit Merkur identifizieren. Bis mir die Schuppen von den Augen fielen: Mein Vater als Zwillinge und meine Mutter als Jungfrau sind beide dominierende Merkur-Wesen, die mich dabei stark geprägt haben. Was ich sagen will: Wir können auch über unsere Eltern in starke Resonanz-Schwingungen mit planetaren Urprinzipien kommen, ohne dass dies unmittelbar im Horoskop ersichtlich wäre. (Mein Merkur steht im Steinbock. Passt schon! Mein ersten Lehrwerk [Merkur] ging über die Geistigen Gesetze [Steinbock].)
Anders: Eine neue Astrologie muss viel stärker auch die Ahnenreihe berücksichtigen. Gibt es in der Astrologie auch KARMA zu entdecken und zu deuten? Hier passt auch das ganze Thema der Seelenfamilie herein. Dabei neige ich immer mehr dazu, dass unsere biologischen Eltern auch ein Teil unserer Seelenfamilie sind. Ich finde es gar nicht mehr so überraschend, dass ich meinem Sohn und meinem Enkel meinen Aszendenten STIER „vererbt“ habe.

Wie dem auch sei: Das Deutungsfeld der Astrologie ist nahezu grenzenlos. Das ist ja auch ihre Stärke, weil sie die EINZIGARTIGKEIT eines jeden Menschen abbilden kann. Doch astrologische Deutung darf nie Selbstzweck sein. Wir erkennen uns in den Sternen, ja! Wir erkennen uns aber auch in dem, was wir tagtäglich lieben und tun.

* Dieser Beitrag hatte seit 19.12.2015 bisher 59 Leser/innen.